St. Nikolaus Gesellschaft
Fällanden-Pfaffhausen-Benglen

Bekannte und weniger bekannte Samichlaus-Verse

Ein "geistliches" gedicht
Lasst uns froh und munter sein
Bald komt der Nikolaus
Samichlaus due guete Maa
Es nachted scho und s'schneielet
Dä Samichlaus
Holler boller, Rumpelsack
Es dunklet scho im Tannewald
Knecht Ruprecht
Der Waldnikolaus
Mich deucht, ich sah
Sankt Nikolaus
St. Niklas' Auszug

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samichlaus | nikolaus gedicht

Der Bubiker Samichlaus hat 2014 eine CD und Begleitheft mit Liedern in Mundart herausgegeben.

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Nikolaus-Lied

Sankt Niklaus, lieber Samichlaus,
du stammst aus reichem gutem Haus,
dein’ Eltern früh verstorben sind,
die Pest ließ dich als Waisenkind.

In Lykien warst du bekannt,
heut wird dein Land Türkei genannt,
in Myra warst du Bischof dort,
doch Demre heißt nun dieser Ort.

Sankt Niklaus, lieber Samichlaus,
durch Wohltat zeichnest du dich aus,
Legenden schildern dich als Mann,
der in der Not stets helfen kann.

Mit kleinen Säckchen voller Gold
warst du drei armen Schwestern hold:
bewahrtest sie vor Not und Pein
und bald schon konnte Hochzeit sein.

Im Traum erschienst du Konstantin,
der Kaiser war, und batest ihn:
Sprich deine Offiziere frei,
denn ohne Schuld sind alle drei.

Als einmal großer Sturm aufkam,
da riefen dich die Schiffer an.
Du führtest wie von Geisterhand
ihr Schifflein sicher bis ans Land.  

In Myra war einst Hungersnot,
die Menschen darbten ohne Brot.
Dein Korn, von Schiffern ausgeborgt,
hat alle lang mit Brot versorgt.

Sankt Niklaus, lieber Samichlaus,
gern stellen wir ein Licht dir aus
und gehn mit dir durch den Advent,
bis dann die vierte Kerze brennt.

© Thomas A. Friedrich (*1965), 11/2008

Lasst uns froh und munter sein

Melodiehilfe zu diesem lied : Midi Version

Lasst uns froh und munter sein
Und uns in dem Herrn erfreu'n!
Lustig, lustig, tralera-lera,
Bald ist Nikolausabend da!
Bald ist Nikolausabend da!

Dann stell ich den Teller auf,
Niklaus legt gewiß was drauf,
Lustig, lustig, tralera-lera,
Bald ist Nikolausabend da!
Bald ist Nikolausabend da!

Wenn ich schlaf, dann träume ich:
Jetzt bringt Niklaus was für mich.
Lustig, lustig, …

Wenn ich aufgestanden bin,
Lauf ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, …

Nik'laus ist ein guter Mann,
Dem man nicht g'nug danken kann.
Lustig, lustig, …

Bald kommt der Nikolaus

Im Winter, wenn es stürmt und schneit
Und's Weihnachtsfest ist nicht mehr weit,
Da kommt weit her aus dunklem Tann
Der liebe, gute Weihnachtsmann.

Knecht Ruprecht wird er auch benannt,
Ist allen Kindern wohlbekannt.
Er kommt mit einem großen Schlitten
Grad aus des tiefen Waldes Mitten.

In seinem Sack sind gute Sachen,
Die braven Kindern Freude machen.
Doch auch die Rute ist zur Hand
Für Kinder, die als bös bekannt.

Das mag wohl früher so gewesen sein;
Heut' gibt's nur brave Kinderlein.
Die sagen schnell ihr Sprüchlein auf,
Knecht Ruprecht macht den Sack dann auf.

Und Äpfel, Nüsse, Pfefferkuchen
Darf gleich das liebe Kind versuchen.
Knecht Ruprecht aber fährt geschwind
Davon zum nächsten art'gen Kind.

[Dichter unbekannt]

Samichlaus du guete Maa

Samichlaus du guete Maa
ändlich bisch du wieder da.

Chonsch cho luege was ich mache
wie n ich spiele, singe und lache.

Tuesch mich lehre s' Härz verschänke
au e chli a di andere dänke.

Nur so bin ich sälber froh
s' Christchind cha zue mer cho.

[Dichter unbekannt]

Es nachted scho und s'schneieled

Es nachted scho und s'schneieled,
du liebi Zyt, ganz grüsli,
de Chlaus leid jetzt sin Mantel aa,
und bschlüsst druf no sys Hüüsli.

Er holt de Schlitte us em Schopf,
spannt s'Eseli gschwind aa,
und laded d'Säck und d'Ruete uuf,
won är für d'Chind mues haa.

Hü Trämpeli, seid er, sisch Ziit,
de Wäg is Städtli isch no wiit.
Mier händ hüt Abig gar vill ztue,
hü, Trämpeli, lauf artig zue.

Wie sind die Säck so dick und schwär,
wer chund ächt d'Ruete über, wer?
De Chlaus weiss alles ganz genau,
drum, Chinde, bitte, folged au.

[Dichter unbekannt]

Dä Samichlaus

Vom Himmel falled d'Flöckli
wie Fäderli lislig-lis
em Samichlaus sis Hüüsli
und d'Tännli sind scho wiiss.
Vo jedem Chind im Dörfli
weiss er alles ganz genau
und mängisch mues er süüfzge -
dänn süffzged s'Eseli au.

[Dichter unbekannt]

Holler boller, Rumpelsack

Holler boller Rumpelsack,
Niklaus trug sie huckepack,
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale springt der Kern,
Weihnachtsnüsse eß ich gern.
komm bald wieder in dies Haus,
guter alter Nikolaus.

[Albert Sergel (1876-1946)]

Es dunklet scho im Tannewald

Es dunklet scho im Tannewald
und schneielet ganz lisli.
Was isch das für es Liechtli det
i säbem chline Hüsli? -
Da isch de Samichlaus deheim
mit sine guete Sache!
Er hät scho s Lämpli azündt
und tuet grad s Kafi mache.

Da pöpperlets am Lädeli,
und s Glöggli ghört er lüte!
Jetz weiss er scho, wer dussen isch
und was das sell bedüte:
s Christchindli chunt na zabig spat,
es wirt en welle stupfe,
er mües de Sack bald füreneh
und sini Finke lupfe!

S Christchindli seit: "Herr Samichlaus,
e schöni Ornig händ er!
De Christtag staht ja vor der Tür -
händ ihr dänn kein Kaländer?
S brucht Wiehnachtsbäum i jedes Hus,
für vili hundert Chinde -
ihr müends im Wald na haue hüt,
de Vollmond sell eu zünde!"

De Samichlaus stellt d Tasse ab:
"Nu nid so gsprängt, Christchindli -
die Bäumli müend gwüss bsorget si,
das hät na Ziit es Stündli.
Ich möchti jetz ämel na in Rueh
min z Abig fertig chäue -
und wänn es Tässli gfellig wär,
so würds mi herzli freue!"

S Christchindli lächlet: "Nu so dänn,
da bini nüd dergäge;
e bitzli öppis Warms tuet guet
uf mine wite Wäge!
Me cha ja dänn na allerlei
abrede und usmache,
was jedes Chind sell übercho
vo dene schöne Sache."

Si sitzed gmüetli binenand
im chline Stübli hine.
De Vollmond zündt d Laternen a
und lueget heimli ine;
er loset lang am Fänsterli
und uf der Hustürschwelle -
wänn er nu besser schwätze chönnt,
er müesst mers gwüss verzelle.

[ Rudolf Ziegler]

Knecht Ruprecht

Von drauß' vom Wald komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
All überall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.

Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan.

Alt' und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden;
denn es soll wieder Weihnachten werden!"

Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat."

"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."

"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: "So ist es recht!
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"

Von drauß' vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier drinnen find!
Sind's gute Kind sind's böse Kind?

Vater: Die Kinder sind wohl alle gut,
Haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Ruprecht: Ei, ei, für trotzgen Kindermut
Ist meine lange Rute gut!
Heißt es bei euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater: Wie einer sündigt, so wird er gestraft;
Die Kinder sind schon alle brav.

Ruprecht:Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,
Lesen und schreiben und rechnen genug?

Vater: Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
Wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.

Ruprecht: Beten sie denn nach altem Brauch
Im Bett ihr Abendsprüchlein auch?

Vater: Neulich hört ich im Kämmerlein
Eine kleine Stimme sprechen allein;
Und als ich an die Tür getreten,
Für alle Lieben hört ich sie beten.

Ruprecht: So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;
Probiert einmal von seinen Gaben,
Morgen sollt ihr was Besseres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.
Heut hält es noch am Himmel Wacht;
Nun schlafet sanft, habt gute Nacht.

[Theodor Storm (1817-1888)]

Der Wald-Nikolaus

Es rauscht der Wind im Winterwalde
durch die kühle graue Flur
und ein Jeder hofft, - schon balde
find er St. Niklolauses Spur.

Ach, wann wird er endlich kommen,
dieser heiß ersehnte Gast?
Kinder blicken teils benommen
von Baum zu Baum, von Ast zu Ast.

In den Blicken heißes Sehnen,
Fragen, was wird dann geschehn?
Und mancher tut schon mal erwähnen,
"Ich hab St. Nikolaus gesehn."

Langsam neigt der Tag sich nieder,
Die Winternacht, sie steigt herauf,
als ein leises Raunen wieder,
stoppt der Kinder frommen Lauf.

Da aus dunstigem Gefilde
steigt wie eine Nebelnacht,
ein stilles schattiges Gebilde,
und die Dämmerung ist erwacht.

Kinderblicke werden helle
die Gesichter sind verzückt,
als Niklaus an der Tagesschwelle,
tritt in ihren Sehnsuchtsblick.

Du guter alter Nikolaus,
du Freund der Kinder nah und fern,
leer Deinen Sack heut bei uns aus,
wir alle haben dich so gern.

[Dichter unbekannt]

Mich deucht, ich sah

Mich deucht, ich sah einen güldenen Schein:
Guckt da nicht Sankt Niklas zum Fenster herein?
Glocken erklingen in weiter Ferne.
Bratäpfelduft aus dem Ofen quoll.
Am nachtklaren Himmel schimmern die Sterne verheißungsvoll
und schauen das Treiben und freuen sich mit
bei der eilenden Menschen frohklingendem Schritt.
Friedvolles Hasten weit und breit:
Weihnacht ist nahe! O heimliche Zeit!

[Albert Sergel (1876-1946)]

Sankt Nikolaus

Sankt Nikolaus,
dich schickt das liebe Christkind schon
vom Himmel auf die stille Erde,
den guten Kindern bringst du Lohn
und sagst uns, dass bald Weihnachten werde.
Du stehst am Tor der Segenszeit
und stellst ein Licht in dunkle Tage;
du machst der Menschen Herz bereit,
auf dass es froh und laut und weit
dem Krippenkind entgegenschlage.

[Dichter unbekannt]

St. Niklas' Auszug

St. Niklas zieht den Schlafrock aus,
klopft seine lange Pfeife aus
und sagt zur heiligen Kathrein:
"öl' mir die Wasserstiefel ein,
bitte, hol auch den Knotenstock
vom Boden und den Fuchspelzrock;
die Mütze lege obenauf,
und schütt' dem Esel tüchtig auf,
halt auch sein Sattelzeug bereit!
Wir reisen, es ist Weihnachtszeit.
Und daß ich's nicht vergess', ein Loch
ist vorn im Sack, das stopfe noch!
Ich geh derweil zu Gottes Sohn
und hol mir meine Instruktion.

Die heil'ge Käthe, sanft und still,
tut alles, was St. Niklas will.
Der klopft indes beim Herrgott an;
St. Peter hat ihm aufgetan
und sagt: "Grüß Gott! Wie schaut's denn aus?"
und führt ihn ins himmlische Werkstättenhaus.
Da sitzen die Englein an langen Tischen,
ab und zu Feen dazwischen,
den den kleinsten zeigen, wie's zu machen,
und weben und kleben die niedlichsten Sachen,
hämmern und häkeln, schnitzen und schneidern,
fälteln die Stoffe zu niedlichen Kleidern,
packen die Schachteln, binden sie zu
und haben so glühende Bäckchen wie du!

 

Herr Jesus sitzt an seinem Pult
und schreibt mit Liebe und Geduld
eine lange Liste. Potz Element,
wieviel artige Kinder Herr Jesus kennt!
Die sollen die schönen Engelsgaben
zu Weihnachten haben.

Was fertig ist, wird eingepackt
und auf das Eselchen gepackt.
St. Niklas zieht sich recht warm an -
Kinder, er ist ein alter Mann,
und es fängt tüchtig an zu schnei'n,
da muß er schon vorsichtig sein!

So geht es durch die Wälder im Schritt,
manch Tannenbäumchen nimmt er mit,
und wo er wandert, bleibt im Schnee
manch Futterkörnchen für Hase und Reh.
Leise macht er die Türen auf,
jubelnd umdrängt ihn der kleine Hauf:
"St. Niklas, St. Niklas,
was hast du gebracht?
Was haben die Englein
für uns gemacht?"

"Schön Ding! Gut Ding! Aus dem himmlischen Haus!
Langt in den Sack! Holt euch was 'raus."

[Paula Dehmel (1862-1918)]

 

 URL:  Created: 2008-01-10  Updated: 2016-12-08
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